Antje Schulz

Aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt östlich von Berlin direkt neben einem Getreidefeld, wo ich als Kind riesige Blumensträuße mit Mohn-, Kornblumen und weißen Margeriten pflücken konnte, es summte und brummte überall und abends gaben die Grillen Konzerte. 0ft schreckten wir die Rehe aus ihrem Versteck, die dann davonstürmten. Aber recht bald musste das Feld einem riesigen Einkaufszentrum weichen. Kurze Zeit später verließ ich das Land und zog nach Berlin um mir dort ein Leben aufzubauen.

Neben meinem Beruf in der IT-Anwendungsbetreuung und Prozessoptimierung in einer Bank und der Betreuung meiner vier Söhne blieb die Natur immer ein wichtiger Teil meines Lebens, meine Urlaube verbrachte ich mit großen Wanderungen, Fahrrad- und Paddeltouren. Aber irgendwie reichte es nicht aus.

Also führte mich mein Weg 2012 in eine kleine Berufsimkerei im Norden Berlins. Ich arbeitete dort einmal in der Woche mit und manchmal noch mehr, weil mich die Bienen und diese Arbeit so begeisterten. Ich lernte die Lebensweise der Bienen kennen und lieben und erhielt einen umfassenden Einblick in die Tätigkeiten in einer Imkerei.

Schnell verspürte ich den Wunsch nach eigener Bienenhaltung. Seither betreue ich fünf bis sechs Völker direkt in meinem Garten.

Meinem wachsenden Interesse folgend besuchte ich 2013 den Imkerkurs in der Fischermühle und es folgten der Internetkurs der Apitherapie und Besuche der Apitherapie-Kongresse in Berlin. Im Jahr 2014 arbeitete ich fünf Monate in einem Fachgeschäft für Imkereibedarf. Ich lernte sehr viel, merkte aber sehr bald, dass ich meine Zeit dort wieder in geschlossenen Räumen verbrachte.

Was ich noch sehr interessant und aufschlussreich fand, war eine kleine Rundreise zu verschiedenen Imkereien. Ich bekam einen kleinen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Sichtweisen, aber auch die regionalen Probleme waren ein großes Thema.

Für die Schule baute ich mit meinen Söhnen einen Schaukasten, den wir im Klassenraum der 7. Klasse aufstellten. Selbst ich war jede Woche voller Begeisterung, die Veränderungen auf den Waben zu sehen. Die Kinder lauschten meinen Ausführungen und hatten viele Fragen.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mich mit der Wirkung der Bienenstockluft beschäftigt, welche ich jetzt anbiete.

Die Idee zum Seminar kam über Nacht, ein Bienenseminar der anderen Art zu geben. Ich träumte von meinem eigenen ersten Seminar. Gedanken explodierten in meinem Kopf, anders kann man es nicht beschreiben. Ich war danach hellwach und schrieb alles auf . All meine Wünsche als Imkerin ein zahlreiches Publikum zu erreichen, einen Raum der Vielfalt schaffen und Begegnungen von Menschen verschiedener Ansichten zu ermöglichen und auch mehr Weiblichiches einzubringen, die Antworten lagen plötzlich vor mir.

Ein Seminar für erfahrene Imker, Neueinsteiger und Interessierte, welches vereinsunabhänig stattfinden würde, in einer schön gestalteten Atmosphäre und einem schönen Raum zum Wohlfühlen und nebenbei gibt es noch kleine Überraschungen und das alles verbunden mit Wissensschatz und Austausch zur Bienenhaltung. Es sind doch oft die kleinen Dinge des Lebens, die das Leben so reich machen und die ich oft bei solchen Veranstaltungen vermisse.

In Vorfreude auf das Seminar

Ihre/Eure Antje Schulz